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RKW-Forum 2010

RKW-Forum mit 400 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Allgemeiner Bewusstseinswandel

Rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft folgten der Einladung des RKW Baden-Württemberg zum RKW-Forum 2010, das sich mit dem Thema "Arbeitswelt 2030 – wie wir in Zukunft arbeiten werden" beschäftigte. Ein Thema, das angesichts des demografischen Wandels aktueller ist denn je. Begrüßt wurden die Forumsteilnehmer von Martin Peters, dem Vorstandsvorsitzenden des RKW Baden-Württemberg.

Im Zuge des demografischen Wandels und eines allgemeinen Bewusstseinswandels sagt der Zukunftsforscher Prof. Horst W. Opaschowski den „Re-Start mit 50“ und eine weiblicher werdende Arbeitswelt voraus – Frauen, die in großer Zahl Führungspositionen erobern und trotzdem Familie wollen. Eine Arbeitswelt, die genauso Realität werden könnte wie seine Formel 0,5 x 2 x 3. Diese besagt, dass die Hälfte der Mitarbeiter doppelt so viel verdient und dafür dreimal so viel leisten muss wie früher. Opaschowski zeichnete auf dem RKW-Forum ein zwiespältiges Bild: Für immer mehr Arbeitnehmer drohen die Anforderungen ins Übermenschliche zu wachsen, für zu viele andere scheint es keine angemessen bezahlte Arbeit zu geben.

Prof. Opaschowski skizzierte in seinem Vortrag weitere Zukunftstrends. Er prognostiziert eine Leistungsexplosion bei der jungen Generation, die die Voraussetzung für eine lebenswerte Zukunft schaffen würde. Auch ein Comeback mit 65 ist für den Zukunftsforscher vorstellbar: Die gesetzliche Altersgrenze mit 65 werde von immer mehr Menschen als Zwangsrente mit Fallbeilcharakter empfunden. Die Bundesbürger wollen in Zukunft laut Opaschowski ihre Altersgrenze selbst bestimmen und den Übergang in den Ruhestand flexibel gestalten. Zudem sagt er voraus, dass neue Formen kollektiver Kreativität entstehen. Wenn das Zeitalter der Ichlinge zuende gehe, dann werde man sich viel weniger auf Karrieristen und Solisten verlassen können. Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe gezeigt, was Maßlosigkeit bewirke, wenn kein Kontrollsystem eingebaut sei. Hingegen würden sich Fehler von Gruppenergebnissen viel schneller erkennen und korrigieren lassen. In diesem Zusammenhang sagte Prof. Opaschowski: "Wirtschaft braucht Werte". Er sagt voraus, dass die Unternehmenskultur nach der Krise eine andere sein werde. Mehr Werte müssten im Unternehmen und für die Gesellschaft geschaffen werden.   

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten Elke Strathmann, Vorstand Personal und Arbeitsdirektorin der Nestlé Deutschland AG mit Prof. Opaschowski über seine Thesen, die Moderation hatte Dieter Fritz vom SWR-Fernsehen. 

Dem Forum voraus ging die Mitgliederversammlung des RKW Baden-Württemberg e.V, in der der Vorstand auf vier Jahre wiedergewählt wurde. Friedrich Stähler, Vertreter der Deutschen Bank, wurde verabschiedet, neu im Vereinsvorstand sind Thomas Keller, Mitglied der Geschäftsleitung Region Südwest - Deutsche Bank AG, und Nikolaus Landgraf, Vorsitzender des DGB-Bezirks Baden-Württemberg.

Vorstand des RKW Baden-Württemberg

Der wiedergewählte Vereinsvorstand des RKW Baden-Württemberg.

Verabschiedung Friedrich Stähler Deutsche Bank AG

Friedrich Stähler (links) wurde von Martin Peters, dem Vorstandsvorsitzenden des RKW Baden-Württemberg, verabschiedet.

Gerne stellen wir Ihnen die zentralen Thesen des Vortrags von Prof. Horst W. Opaschowski als PDF-Dokument zur Verfügung. Einen ausführlichen Artikel von Prof. Opaschowski finden Sie in unserem aktuellen Magazin RATIO 7-2010. 

Vortrag Prof. Opaschowski
RATIO 7-2010 "Arbeitswelt 2030"
Bildergalerie
Bericht in der Esslinger Zeitung