Der GEMÜ Dome in Niedernhall ist das Entwicklungs- und Innovationszentrum von GEMÜ. An diesem Standort wird an Grundlagen gearbeitet. Außerdem werden dort kundenspezifische Ventile, Mess- und Regelkomponenten entwickelt und konstruiert. Fotos: GEMÜ 
Der GEMÜ Dome in Niedernhall ist das Entwicklungs- und Innovationszentrum von GEMÜ. An diesem Standort wird an Grundlagen gearbeitet. Außerdem werden dort kundenspezifische Ventile, Mess- und Regelkomponenten entwickelt und konstruiert.
Fotos: GEMÜ
 
 

Führen, Kommunizieren, Konflikte lösen

Die GEMÜ Unternehmensgruppe am Stammsitz in Ingelfingen-Criesbach zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Ventil-, Mess- und Regelsystemen. Und sie investiert kontinuierlich und ganz gezielt in ihre Mitarbeiter. Dafür holt sich GEMÜ maßgeschneiderte Unterstützung vom RKW Baden-Württemberg. GEMÜ hat 2011 ein Schulungs-Programm für Führungskräfte gestartet und organisiert Trainings, die von Fachberatern vom RKW BW geleitet werden.

Viele legendäre Unternehmen wurden bekanntlich in Garagen gegründet. Das galt auch schon in den 1960er-Jahren, als Fritz Müller in der Garage seiner Eltern tüftelte und dort das erste Prozessventil aus Kunststoff entwickelte. Heute, 55 Jahre nach Fritz Müllers Firmengründung, ist sein Sohn Gert Müller der geschäftsführende Gesellschafter des Familienunternehmens aus Ingelfingen bei Künzelsau. Die GEMÜ Gruppe hat 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 1.100 in Deutschland, und meldete für 2018 einen Umsatz von über 330 Millionen Euro.

Der Weltmarktführer fertigt in Hohenlohe

Mit ihrem Know-how hat sich die GEMÜ Gruppe viel Präsenz auf dem Weltmarkt erarbeitet: Sie ist ein führender Hersteller von Ventil-, Mess- und Regelsystemen für Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase. Bei den Lösungen für sterile Prozesse ist GEMÜ der Weltmarktführer. Durch 27 Tochtergesellschaften sowie Handelspartner ist GEMÜ in mehr als 50 Ländern präsent. Produziert wird an sechs Standorten: Deutschland, Schweiz und Frankreich sowie in China, Brasilien und den USA. Das Unternehmen legt großen Wert darauf, nahezu alle Produkte selbst zu entwickeln und zu produzieren. Dadurch stellt GEMÜ ein konstant hohes Niveau bei Leistungsfähigkeit und Qualität sicher.

Ventiltechnik, Mess- und Regeltechnik, Medizintechnik sowie Kundenlösungen gehören zum Produkt-Spektrum. Die GEMÜ Kunden kommen aus ganz verschiedenen Branchen, weswegen das Unternehmen strategische Geschäftseinheiten geschaffen hat, die besonders kundenorientiert agieren: Es gibt eine Business Unit für den Bereich Pharma, Food und Biotech und eine weitere für industrielle Anwendungen. Das Business Segment Semiconductor hat sich auf reine und hochreine Prozessmedien in der Halbleiter- und Mikrochipfertigung spezialisiert. Hinzu kommen Teams für Service und After-Sales sowie für die Medizinbranche, wo GEMÜ als Partner für maßgeschneiderte Lösungen agiert.

Gert (links) und Stephan Müller führen das Familienunternehmen in zweiter Generation. 
Gert (links) und Stephan Müller führen das Familienunternehmen in zweiter Generation.

Sechstägige Schulung mit individuellen Zielen

Die Personalpolitik bei GEMÜ ist vorausschauend. Rund 100 Auszubildende und Studierende sind derzeit parallel im Haus. Längst hat man erkannt, welch großes Potenzial in Eigengewächsen steckt. Gezielte Förderung, Stärkung und Entwicklungsangebote gibt es auch für die Führungskräfte. 2011 hat GEMÜ in Zusammenarbeit mit einem RKW BW-Fachberater eine Schulungsreihe gestartet, das Führungsbasistraining, die es bis heute gibt. Auch für 2020 stehen die Termine schon fest. RKW-Fachberaterin Silke Balbierz hat dieses Projekt 2018 übernommen.

„Das ist kein Training von der Stange, es geht es nicht darum, ein Konzept abzuspulen“, sagt Veronika Scharps, Referentin für Personalentwicklung bei GEMÜ. „Vielmehr geht es jedes Mal wieder darum, was die Teilnehmer individuell brauchen. Der einzelne Teilnehmer steht als Mensch, als Person im Vordergrund.“ Trainerin Balbierz bittet jeden darum, beim ersten Termin ganz persönliche Ziele zu definieren. Für die gibt es dann auch individuelle Übungen und Tipps. Wichtiges Element ist stets der Transfer in die Praxis: Inhalte werden theoretisch vermittelt und dann ganz praktisch eingeübt, beispielsweise mit Rollenspielen.

Kommunizieren, Konflikte lösen, Veränderungen

Das Basistraining besteht aus dreimal zwei Tagen, in denen es um Führen, Kommunizieren, Konflikte lösen und Veränderungsprozesse geht. Die GEMÜ Führungswerte fließen natürlich mit ein, ebenso auch das Arbeiten mit hauseigenen Tools wie Qualifikationsmatrix und Jahresgesprächen. Die Teilnehmer lernen außerdem, wie sie Potenziale in ihren Teams erkennen und fördern. Wenn Mitarbeiter aus dem Haus neu in eine Führungsposition kommen, durchlaufen sie das sechstägige Training. Nach und nach werden außerdem auch Kollegen geschult, die schon länger im Haus sind und schon vor 2011 in ihren Positionen waren.

Hinzu kommen immer wieder einzelne Trainingseinheiten zu aktuellen Themen, die teils ganz spontan angesetzt werden, beispielsweise zu Kommunikation oder Produktmanagement. „Auch da können wir die Unterstützung vom RKW BW sehr gut und unkompliziert abrufen“, berichtet Scharps. „Wir melden uns, dann wird gemeinsam ein Konzept erstellt. Wir vereinbaren, wie man an das jeweilige Thema herangeht, wie man es trainiert und wie wir den Termin organisieren.“ An den RKW BW-Fachberatern schätzt sie deren Hintergrund auch im gewerblichen Bereich. „Das tut unseren Führungskräften gut – sie merken: Diese Berater wissen, wie der Hase läuft.“

Verständnis für verschiedene Welten

Was RKW BW-Fachberaterin Balbierz an ihrer Trainer-Aufgabe bei GEMÜ besonders spannend findet: „Die Teilnehmer kommen aus ganz verschiedenen Bereichen, aus der Produktion ebenso wie aus Verwaltung oder Vertrieb.“ Das Basistraining leiste viel, was die Vernetzung innerhalb des Unternehmens und das Verständnis der Bereiche füreinander angeht. Das fange schon bei der Sprache an – Beispiel Mitarbeitergespräch: Wenn Vertrieb oder Verwaltung ein Lob formulieren, würde dieses so in der Produktion nicht ernst genommen, dort müsse Lob deutlich sparsamer, am besten ruppig daherkommen, um glaubhaft zu sein. Balbierz‘ Fazit: „Die Teilnehmer erleben, wie verschieden ihre Welten sind. So bekommen alle Zielgruppen ein besseres Gespür füreinander.“


Weitere Informationen:

  • GEMÜ Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG
    74653 Ingelfingen-Criesbach
  • www.gemu-group.com
  • RKW BW-Beraterin: Bettina Banaj 
  • Beratungszeitraum: seit 2011
  • Beratungsschwerpunkte: fortlaufendes Führungskräfteentwicklungsprogramm, Trainings zu speziellen Themen

Haben Sie Fragen, brauchen Sie Unterstützung? Dann senden Sie eine E-Mail an das RKW BW oder rufen Sie uns an: 0711-22998-0.

 
 
GEMÜ ist ein führender Hersteller von Ventil-, Mess- und Regelsystemen für Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase. 
GEMÜ ist ein führender Hersteller von Ventil-, Mess- und Regelsystemen für Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase.
Produziert wird an sechs Standorten. Ein Großteil der Fertigung geschieht am Stammsitz in Ingelfingen-Criesbach in Hohenlohe. 
Produziert wird an sechs Standorten. Ein Großteil der Fertigung geschieht am Stammsitz in Ingelfingen-Criesbach in Hohenlohe.
GEMÜ legt Wert darauf, nahezu alle Produkte selbst zu entwickeln und zu produzieren – und stellt so konstant hohe Qualität sicher. 
GEMÜ legt Wert darauf, nahezu alle Produkte selbst zu entwickeln und zu produzieren – und stellt so konstant hohe Qualität sicher.

Haben Sie Fragen? Ihre Ansprechpartnerin ist  Bettina Banaj, Telefon 0711 22998-38