Mittelstandsprojekte

3. Zulieferertag Automobil Baden-Württemberg
am 23. Oktober 2001:

Zusätzliche Kompetenzen gefordert

Die gegenseitige Abhängigkeit von Automobilindustrie und Zulieferbranche wird immer größer. Der Strukturwandel geht mit unveränderter Intensität weiter, dieses Fazit lässt sich nach dem Zulieferertag Automobil, der am 23. Oktober 2001 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart stattfand, ziehen.

Rund 480 Teilnehmer waren nach Stuttgart gekommen, um sich bei der Veranstaltung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, die vom RKW Baden-Württemberg organisiert wurde, über den Strukturwandel zu informieren. Die Verkürzung von Entwicklungszeiten, der schnellere Modellwechsel sowie die größere Variantenvielfalt erfordern von den Zulieferern insbesondere zusätzliche technologische und logistische Kompetenzen. Dabei gehe es laut Ekhard Kaltenbrunner, Werkleiter der smart-Produktion in Hambach, zukünftig um mehr als die klassische Teileanlieferung. Er verwies darauf, dass beim smart-Coupé die Wertschöpfung nur noch bei knapp 10 Prozent liege und 90 Prozent an Zulieferer ausgelagert worden seien, die direkt ans Band liefern. Auch der Automobilhersteller Ford setzt auch die Einbindung der Lieferanten in Zuliefererparks und Betreibermodelle. Bei Letzteren werden Produktionseinrichtungen vom Lieferanten finanziert. Keine Frage, dass die Lieferanten der Automobilhersteller bei diesen Anforderungen eine hinreichende Größe bei Kapazitäten, Kompetenzen und finanziellen Mitteln brauchen. Der Konzentrationsprozess gehe weiter, so Hans Schardt, verantwortlich für die Ford-Fahrzeugproduktion in Europa. 2010 dürfte es weltweit noch 3 000 bis 3 500 Zulieferer geben, bei nur noch sechs bis neun Herstellern.

Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg unterstützt den notwendigen Strukturwandel in der Branche und hat für die Automobilzulieferer-Initiative bisher rund 6,85 Mio. DM bereitgestellt. Mit einem Jahresumsatz von gut 110 Mrd. DM und rund 226 000 Beschäftigten ist der Fahrzeugbau eine Schlüsselindustrie des Landes. Über 1 000 Zulieferfirmen sind in Baden-Württemberg ansässig.