Nach dem HGB und der Abgabenordnung (AO) ist jeder Kaufmann verpflichtet zu Beginn seines Handelsgewerbes und am Ende eines Geschäftsjahres, in Vorbereitung des Jahresabschlusses, eine Inventur aufzustellen. Die mengen- und wertmäßig aufgenommenen und zusammengestellten Vermögensgegenstände und Schulden fließen im Rahmen des Bestandsverzeichnisses "Inventar", als Grundlage für die Bilanzierung, in den Jahresabschluss mit ein. Das ist unvermeidlich! Inventur bedeutet genaue Organisation, Planungsvorbereitung, Risikoeliminierung und -begrenzung, Mehrarbeit, Störung des Betriebsablaufs und verursacht dadurch zusätzliche Kosten. Größtmögliche Genauigkeit, Effektivität und Effizienz bei der Inventur und der anschließenden Bewertung ist deshalb oberstes Gebot, um den Jahresabschluss so genau wie möglich auszuweisen. Im Rahmen ihrer Organstellung haften Geschäftsführung bzw. Vorstand gesamthaft für die Richtigkeit der Inventur mit ihrer Unterschrift.

Zielgruppe Unternehmer/-innen, Geschäftsführer/-innen, Führungskräfte der oberen Führungsebene, Leiter/-innen Materialwirtschaft und Produktion
Inhaltliches Ziel

Die Teilnehmenden erhalten detaillierte Hinweise und Grundlagen zu Organisation, Planung, Durchführung und Bewertung von Inventuren.

Trainer/in

Thomas Muth

Veranstaltungs-Nr.

01-3339

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Programm

1. Begriffe, Definitionen, Rechtliche Grundlagen

  • Inventur/Inventar
  • Rechtliche Grundlagen
  • Grundsätze GOB
  • Formelle Ordnungsmäßigkeit

2. Anforderungen an das Inventar

  • Bilanzieller Nachweis
  • Inventurunterlagen
  • Aufstellungsfristen
  • Aufbewahrungsfristen

3. Grundsätze ordnungsmäßiger Inventur

4. Erfassungsmethoden

  • Skontrationsmethode
  • Inventurmethode
  • Retrograde Methode

5. Inventurverfahren

  • Allgemeine Grundsätze
  • Stichtagsinventur
  • Permanente Inventur
  • Verlegte Inventur
  • Stichprobeninventur
  • Sonderverfahren
  • nachverlegte / vorverlegte Inventuren

6. Bestandsbewegungen

  • Bestandsänderungen
  • Bestandsstatistiken

7. Wertansätze und Bewertungsverfahren

  • Herstellungskosten (Handelsbilanz/Steuerbilanz)
  • Anschaffungswert
  • Wiederbeschaffungswert
  • Tageswert
  • Verrechnungswert

8. Bewertungsvereinfachung

  • Gruppenbewertung
  • Festbewertung
  • Verbrauchsfolgeverfahren
  • Sonderbewertung (z.B. 3 Jahres Bestandsaufnahme)

9. Problemkreise im Rahmen der Inventur

  • Umlagerungen
  • Auslagerungen
  • Bestandsüberwachung
  • Eingangsüberwachung
  • Entnahmeüberwachung
  • Verfügbarkeitsüberwachung
  • Kennzahlenüberwachung

10. Verstöße und Delikte gegen Inventurvorschriften

  • Rechtsfolgen bei fehlender Bestandsaufnahme
  • Rechtsfolgen bei unvollständiger Bestandsaufnahme
  • Rechtsfolgen aus einer falschen Bewertung
  • Exkurs Bilanzdelikte: Bilanzfrisur, Bilanzverschleierung
  • Bilanzfälschung
  • Bilanzkorrekturen, Bilanzänderungen, Bilanzberichtigungen
  • Organisationsrichtlinien zur Durchführung einer Stichtagsinventur

Änderungen vorbehalten

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