Stehen für Werkzeuge made in Balingen (von links): Siegfried Nachreiner, Marianne Nachreiner, Sandra Hallas und Markus Hallas. Fotos: Nachreiner GmbH.  
Stehen für Werkzeuge made in Balingen (von links): Siegfried Nachreiner, Marianne Nachreiner, Sandra Hallas und Markus Hallas. Fotos: Nachreiner GmbH.

Seit 2018 hat er einen Sparringspartner, der ganz nach seinem Geschmack ist: den RKW BW-Fachberater Dr. Ulrich Kohaupt. „Bei Herrn Kohaupt und mir ist der Funke übergesprungen“, sagt Nachreiner.

 
 
 

Siegfried Nachreiner: Nachreiner Werkzeuge

Spanabhebende Werkzeuge sind das zentrale Thema bei der Nachreiner GmbH im Balinger Teilort Weilstetten. Gründer und Seniorchef Siegfried Nachreiner ist ein schwäbischer Tüftler allererster Güte. Bis heute lässt der 74-Jährige immer wieder Maschinen bauen, die er sich ausdenkt und die der Markt so noch nicht kennt (kooperierende Maschinenbauer solcher Entwicklungspartnerschaften machen hinterher nicht selten eine Serienproduktion draus). Auch beim Neubau zweier Produktionshallen hat Siegfried Nachreiner mitgestaltet. Und er hat sich dabei erheblich reinreden lassen: von Dr.-Ing. Ulrich Kohaupt, seinem RKW BW-Fachberater. „Wenn mich einer überzeugen kann, freut es mich immer!“

Nachreiner ist ein Mittelständler auf Erfolgskurs. Hergestellt werden Werkzeuge für Zerspanungslösungen: hochpräzise Schleif-, Bohr- und Schneidwerkzeugen für die Metallindustrie. Hinzugekommen sind nun auch keramische Werkzeuge. Werkzeuge made in Balingen werden im Maschinenbau ebenso wie in der Automobilindustrie eingesetzt.

Nachreiner stellt hochpräzise Schleif-, Bohr- und Schneidwerkzeuge für die Metallindustrie her.
Nachreiner stellt hochpräzise Schleif-, Bohr- und Schneidwerkzeuge für die Metallindustrie her.

Familienunternehmen mit Perspektiven

Die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren so stark gestiegen, dass binnen eines Jahrzehnts zum zweiten Mal gebaut werden muss in Balingen. Über 6,5 Millionen Euro werden investiert. Mit derzeit rund 40 Personen Belegschaft erzielt Nachreiner einen Jahresumsatz im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Und ist auch als Familienunternehmen gut aufgestellt: Die zweite Generation hat bereits übernommen, die dritte kommt. Gründer Siegfried Nachreiner ist seit einigen Jahren aus dem operativen Geschäft draußen, hat das Tagesgeschäft komplett losgelassen. Umso intensiver kümmert er sich um die Weiterentwicklungen, um Technologien, Prozesse, nun auch den Neubau.

Der Seniorchef hat 1981 gegründet. Damals war er angestellt als Fertigungsoptimierer und Einkäufer, ein Familienvater Mitte 30 und überzeugt: „Ich habe so viele gute Ideen, warum soll ich die für andere verwenden, warum nicht für mich selbst?“ Seine Frau übernahm das Büro, es war viel Arbeit, der Start gelang. Erst war er nur Händler, doch die Abhängigkeit von den Zulieferern schränkte ein – die Konsequenz: Er ließ bald selbst fertigen. Sein Erfolgsrezept war und ist, dass er sich abhebt gegenüber den Großen der Branche, nicht zuletzt durch hohe, stabile Qualität und durch Schnelligkeit. „Wir betreiben auch mehr Aufwand.“

Vorneweg gehen

Die Handschrift des 74-Jährigen prägt das Unternehmen. „Wir haben praktisch null Fluktuation“, berichtet er. „Die Firma ist ein Wohlfühlbetrieb.“ Das war ihm immer wichtig. Man müsse vorneweg gehen, sich nicht eine Stufe höher sehen. Er schleppt auch Kisten. Und als ihm mal ein Waschbecken in der Fertigung zu dreckig war, zog er das Sakko aus und putzte es, den Siphon hat er auch gleich gereinigt. Mit Handwerkern einigt er sich oft per Handschlag. Wer was von ihm will, soll bitte vorbeikommen. Vielleicht mal gemeinsam einen Most trinken. Gilt auch für Minister und für Konzernchefs. Er legt Wert auf persönlichen Kontakt.

Klingt nach alter Schule. Das hinderte das Unternehmen Nachreiner nicht daran, innovativ zu agieren und konsequent das eigene Wachstum voranzubringen. Diese Haltung verkörpert beispielsweise die neue Beschichtungsanlage. Das Beschichten hatten bislang externe Dienstleister übernommen. Jetzt, im eigenen Haus, ohne die ganze Logistik, sind die Teile eine Woche früher fertig. Die Qualität ist konstanter, und Nachreiner entscheidet selbst über Qualität und Dicke der Beschichtung. „Wir können gegen die Großen nicht an, außer, wir sind schneller und besser“, kommentiert Siegfried Nachreiner.

RKW BW-Fachberater Dr. Ulrich Kohaupt als Sparringspartner

Seit 2018 hat er einen Sparringspartner, der ganz nach seinem Geschmack ist: den RKW BW-Fachberater Dr. Ulrich Kohaupt. Der begleitete die Bauphase, trimmte den Neubau auf Energieeffizienz, im Großen wie in den Details. Und vor allem überzeugte er – zuallererst immer den Seniorchef. Klassische Situation zwischen den beiden: Für die neue Fertigung will Nachreiner einen Kompressor kaufen. Sagt Kohaupt: besser zwei kaufen und auch den in der alten Fertigung austauschen! Bremst Nachreiner: Wozu? Der alte ist doch gut! Doch Fachberater Kohaupt kann ihm vorrechnen, wie viel Strom der Neue spart und wieviel Effizienz er bringt. „Und dann habe ich einen zweiten Kompressor gekauft, obwohl ich eigentlich keinen wollte. Aber wenn mich einer überzeugt, bin ich sofort dabei.“ Ein bisschen Sturheit auf beiden Seiten gehört unbedingt dazu.

„Bei Herrn Kohaupt und mir ist der Funke übergesprungen“, sagt Nachreiner. „Würde die Chemie nicht stimmen, keine Chance. Aber wenn man mit jemand klarkommt, läuft’s.“ Es lief auch, die Deckenbeleuchtung der alten Fertigung gleich mit zu erneuern – klar, Berater Kohaupt hatte die Argumente parat. Insgesamt steckt sehr viel Kohaupt im Neubau und dessen Energieeffizienz. Mit der Abwärme der Produktion wird der gesamte Betrieb geheizt. Gebaut wurde die Halle hochwertig aus Ziegeln, „wenn es im Sommer draußen 40 Grad hat, haben wir drinnen trotzdem nur 25“. Es gibt keinen einzigen Lichtschalter mehr, Bewegungsmelder steuern die Beleuchtung nach Bedarf.

Gemeinsam optimieren

Die beiden Sparringspartner haben noch viel mehr gemeinsame Projekte. Gemeinsam optimieren sie Produktionsabläufe, tüfteln an Bearbeitungstechnologien oder stricken an einem neuen Geschäftsfeld. Fachberater Kohaupt hat die Investitionsplanung unterstützt, das Thema Digitalisierung mit vorangebracht. Hinzu kam Coaching.

RKW BW-Fachberater Kohaupt kriegt inzwischen viele Ideen des Seniorchefs als erster erzählt. „Mit ihm diskutiere ich, wo und wie man es umsetzen könnte, wie es reinpasst“, berichtet Siegfried Nachreiner. Ob neue Ideen für die Fertigung, für Maschinen, für neue Projekte: Der Fachberater kümmert sich darum, den Ideen ins Leben zu helfen, sie bei Bedarf zu modifizieren. Auch das Finanzieren ist sein Thema, er hat Nachreiner auf dem Weg zu vielen Zuschüssen begleitet. Als nächstes kümmern sich die beiden um eine Reinigungsanlage, die Siegfried Nachreiner erdacht hat, und ein digitales betriebliches Funknetz.

Weitere Informationen:

  • Nachreiner GmbH
  • 72336 Balingen
  • www.nachreiner-werkzeuge.de
  • RKW BW-Berater: Ralph Sieger 
  • Beratungszeitraum: seit 2018
  • Beratungsschwerpunkte: Beratung rund um Neubau und Energieeffizienz, Sparringspartner bei Investitionen und Förderungen, Digitalisierung, Unternehmer-Coaching

Haben Sie Fragen, brauchen Sie Unterstützung? Dann senden Sie eine E-Mail ans RKW BW oder rufen Sie uns an: 0711-22998-0.

Angefangen hat die Firma Nachreiner im Bereich Handel – doch erst die eigene Produktion brachte die gewünschte Unabhängigkeit.
Angefangen hat die Firma Nachreiner im Bereich Handel – doch erst die eigene Produktion brachte die gewünschte Unabhängigkeit.
Mit Qualität und Schnelligkeit behauptet sich das Familienunternehmen gegen die Großen.
Mit Qualität und Schnelligkeit behauptet sich das Familienunternehmen gegen die Großen.
Die Produktion in Balingen-Weilstetten wächst – hier wurde binnen eines Jahrzehnts nun zum zweiten Mal gebaut.
Die Produktion in Balingen-Weilstetten wächst – hier wurde binnen eines Jahrzehnts nun zum zweiten Mal gebaut.

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Haben Sie Fragen? Ihr Ansprechpartner ist  Ralph Sieger
Telefon 0711 22998-33

 
 

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