Ein gutes Team (von links): Sebastian Mayer (Erfolgsschmiede), Michael Göttle und Severine Göttle (SMARD). Und vorne Firmenhund Olivia. Foto: M. Sing/Brand79
Ein gutes Team (von links): Sebastian Mayer (Erfolgsschmiede), Michael Göttle und Severine Göttle (SMARD). Und vorne Firmenhund Olivia. Foto: M. Sing/Brand79

„Jemanden haben, der die richtigen Fragen stellt“

Der Wasserstrahl, mit dem bei SMARD geschnitten wird, kommt mit 3200 Bar aus der Düse. Da hält man besser keinen Finger drunter, den man noch braucht. Der Strahl ist ein feines Werkzeug und ideal, um Schaumstoffe zuzuschneiden – kalt und quasi staubfrei. Die SMARD GmbH macht Schaumstoff- und Transportverpackungen. Inhaber und Geschäftsführer Michael Göttle hat 2015 übernommen und Gas gegeben – und sich einen Coach gesucht. Das RKW Baden-Württemberg unterstützt den Prozess.

Ganz am Anfang von SMARD stand eine Maschine. 1997 war das, als die beiden Firmengründer Klaus Runtsch und Fred Dietterich die Firma als Sondermaschinenbau-Unternehmen starteten (SMARD stand übrigens für Sondermaschinenbau Runtsch und Dittrich). Weltweit vertrieben sie eine von ihnen entwickelte, besonders kleinformatige Wasserstrahl-Schneidmaschine. Sie arbeitete mit 1 mal 1,4 Metern – Mitbewerber boten meist 2 mal 3 Meter, taugt nicht für kleinere Formen. Die kleine, hochwertige Maschine made in Germany wurde zum Erfolg für das kleine Unternehmen SMARD mit seinen maximal drei Leuten in Göppingen. Bis auf dem internationalen Markt auch günstigere kleinformatige Maschinen auftauchten. Damals begann SMARD, sich auf ein zweites Standbein zu stellen und selbst Schaumstoffe zuschneiden, mit der eigenen Maschine. Der Grundstein des heutigen Unternehmens war gelegt. Nicht Masse, eher Klasse.

Der Weg zum Diamanten

Maschinenbauer Michael Göttle kam zum Jahresbeginn 2013 ins Haus, kein Unbekannter. Er hatte schon seit dem Gründungsjahr Kontakte, weil er in einer Schwesterfirma für Runtsch gearbeitet und zeitweise dort auch die SMARD-Maschine vertrieben hatte. Runtsch holte den Jüngeren als Vertriebsleiter und künftigen Nachfolger ins Haus. Göttle übernahm 2015. Da hatte er schon zwei Jahre lang gewirbelt: einen Umzug begleitet, den Maschinenpark und das Team vergrößert, höchstpersönlich den Vertrieb angekurbelt.

Seit 2015 hat Göttle den Umsatz verdoppelt. Aus einer Maschine wurden fünf. Darunter sind drei SMARD-Maschinen, bis zu 18 Jahre alt, „sie laufen noch super“. Dank ihrer schon damals weitsichtig eingebauten offenen Schnittstellen sind Digitalisierungsschritte kein Problem. Außerdem hatten sie schwenkbare Köpfe für schrägen Schnitt, damals der Zeit weit voraus, heute noch topaktuell. 2015 wurde in eine Anlage mit vier Köpfen investiert, das steigert die Produktion enorm. 2017 kam eine großformatige Schaumstofffräse hinzu. Göttle ist es immer wichtig, lokale oder deutsche Anlagenhersteller ins Boot zu holen.

Von 280 auf 1600 Quadratmeter

Aus sieben Mitarbeitern sind 14 geworden. Bis 2013 war die Firma auf 280 Quadratmetern angesiedelt, dann auf 700. Im Frühjahr 2019 zog sie erneut um auf nun 1600 Quadratmeter. Neu ist eine eigene Schreinerei: SMARD bietet jetzt den Flightcase-Bau als Komplett-Service an, zur Herstellung von Schwerlastverpackungen.

Im Kerngeschäft arbeitet SMARD mit Schaumstoffen aller Art. Im Zentrum stehen Einlagen, beispielsweise für die Verpackungsindustrie und Koffer. Gefertigt werden dreidimensional maßgeschneiderte Inlays und Polster, für sicheren Transport und edles Präsentieren. Auch in Form von kompletten Koffern und Etuis, auf Wunsch wasserdicht, temperaturunempfindlich, individuell bedruckt. Auch Kartons werden mit maßgefertigtem Schaumstoff ausgestattet, als wertige Verkaufsverpackungen.

Blick in die Produktion und das Lager von SMARD. Foto: SMARD GmbH
 
Blick in die Produktion und das Lager von SMARD. Foto: SMARD GmbH

Persönlich betreut

Bei all dem gilt: Die Lieferzeiten sind kurz, Kunden können just in time produzieren lassen. SMARD bietet auch Einzelanfertigung und arbeitet durch die Wasserstrahl-Technik stets in derselben, sehr hohen Schnittgenauigkeit – zugleich chemiefrei. Die Mitarbeiter betreuen ihre Kunden während des kompletten Prozesses persönlich.

2016 kam der Kundenstamm eines langjährigen Partners aus dem Bereich Dämmstofftechnik hinzu. Der neue Geschäftsbereich wird seither komplett selbstständig geführt von Göttles Ehefrau.

Fragen stellen können, selbst hinterfragt werden

Michael Göttle hat sich frühzeitig selbst einen Berater gesucht. „Als Unternehmer wird es einsam. Ich habe niemanden über mir, den ich um Rat fragen kann“, sagt er. Ihm ist es viel wert, „jemanden zu haben, der die richtigen Fragen stellt“ und der ihm hilft, sich selbst und seine Arbeit zu analysieren, auch selbstkritisch mit sich umzugehen. Jemand hat ihm Sebastian Mayer empfohlen. Mayer hat bereits währen der Firmenübernahme mitgewirkt und kommt seither regelmäßig zum Coaching und als Sparringspartner. „Wir haben viel miteinander angepackt. Materialflüsse, Personalmanagement, Spartenorganisation, Marktkommunikation, Marketingkampagnen. Und Entscheidungen getroffen, wenn es um neue Maschinen ging. Er ist mein Führungspartner.“

Fachberater Mayer arbeitet regelmäßig mit dem RKW Baden-Württemberg zusammen, er machte Göttle aufmerksam auf die RKW BW-Angebote. RKW BW-Berater Achim Fuderer kam Anfang 2018 erstmals zu SMARD und erklärte Göttle, auf welchen Wegen er über das RKW BW Unterstützung bekommen kann und auch, welche Fördermöglichkeiten ihm dafür zur Verfügung stehen. Er hat Göttle überzeugt: „Das hat Hand und Fuß!“ Bald half das RKW BW dabei, das Thema Fachpersonal anzupacken, „ich musste komplett umstrukturieren“.

Das Beratungs-Wikipedia

Die Beratung und Begleitung habe ihm viel gebracht, sagt er. „Sebastian Mayer und das RKW BW haben mich mehr ausgebildet, als dass sie mich beraten haben. Sie wollten mir nie ihre eigene Meinung aufdrücken, sondern sind eine neutrale, objektive und sehr kompetente Instanz für mich.“ Ihm gefällt, dass das RKW ganz unterschiedliche Mitglieder und Kunden hat, die Berater somit auch sehr breit angelegte Erfahrungen und Kompetenzen mitbringen. „Man kann wirklich mit allen Fragen auf sie zugehen. Das ist ein enormes Spektrum. Für mich ist das RKW BW mein Beratungs-Wikipedia.“

Weitere Informationen:

  • SMARD GmbH
  • Schaumstoff- und Transportverpackungen
  • 73098 Rechberghausen
  • www.smard-gmbh.com
  • RKW BW-Berater: Achim Fuderer
  • Beratungszeitraum: seit März 2018
  • Beratungsschwerpunkte: Unternehmer-Coaching, Neustrukturierung, Finanzierungsfragen

Haben Sie Fragen, brauchen Sie Unterstützung? Dann senden Sie eine E-Mail ans RKW BW oder rufen Sie uns an: 0711-22998-0.

 
 
Der neue Firmensitz von SMARD in Rechberghausen. Foto: SMARD GmbH
Der neue Firmensitz von SMARD in Rechberghausen. Foto: SMARD GmbH

Haben Sie Fragen? Ihr Ansprechpartner ist  Achim Fuderer
Telefon 0711 22998-35

 
 

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