Mit Mitte Vierzig hat Marcus Bartle seine Suche intensiviert: Er wollte Unternehmer werden, suchte eine geeignete Firma, um zu investieren und eine Nachfolge anzutreten. Als er mit dem Kelterner Unternehmen Roland Electronic ins Gespräch kam, merkten beide Seiten: Das könnte tatsächlich passen. Für die folgenden Schritte suchte sich Bartle die Unterstützung von Experten. Das RKW Baden-Württemberg stellte ihm Kurt Häußermann an die Seite. Der RKW BW-Fachberater hat sich auf Unternehmensverkäufe spezialisiert. Gemeinsam entwickelten sie die optimale Lösung.

„Groß war das Angebot ja leider nicht“, erinnert sich Marcus Bartle. Er hatte länger gesucht nach einem Unternehmen, bei dem er via MBI (Management-Buy-In) unternehmerisch einsteigen kann und will. Als Maschinenbau-Ingenieur mit Schwerpunkt bei internationalem Vertrieb und einigen Jahren Geschäftsführer-Erfahrung wusste er exakt, worauf es ihm ankommt: Neben allen unternehmerischen Faktoren muss es auch menschlich passen. Roland Electronic gefiel ihm rundum: „Dieses Unternehmen hat einen hervorragenden, internationalen Namen, die Mentalität passte auch. Wenn man mit den Noch-Inhabern auf einer Wellenlänge ist, wird man auch die Firma verstehen, die von diesen Menschen geprägt wurde, und gut reinkommen.“

Bei den finanziellen Vorstellungen allerdings lagen die beiden Seiten anfangs deutlich auseinander. Ein zentraler Punkt, in dem der Fachberater vom RKW BW viel erreichte. Roland Electronic kann wegen seiner guten Wirtschaftslage bei einem Verkauf einen entsprechend hohen Wert ansetzen. Das Unternehmen gehört zu den international führenden Anbietern für hoch spezialisierte Sensor-Systeme, die in Fabrikautomation und Qualitätskontrolle eingesetzt werden. Gebraucht werden die Produkte und Lösungen in der Automobilbranche und bei ihren Zulieferern, außerdem für Metallverpackung, Blech- und Rohrbearbeitung, Hausgeräte, Draht und Kabel, Reifen, Pharma, Batterien und Photovoltaik.

Für Finanzierung und Fördermöglichkeiten

Die Verbindung zu Roland Electronic hat Marcus Bartle über das IHK-Portal nexxt-change bekommen. Über ein IHK-Gespräch entstand auch der Kontakt zum RKW Baden-Württemberg: „Ich habe damals gesagt, mir wäre wichtig, dass da jemand ist, der mir beim Thema Finanzierung unter die Arme greift. Mir auch zeigt, was für Fördermöglichkeiten es gibt und wie man sie bekommt. Da kenne ich als Normalsterblicher mich nicht gut genug aus.“ Das RKW BW schlug ihm Kurt Häußermann vor: einen Experten, der mehrfach pro Jahr Firmenverkäufe begleitet, „aber meist die Verkäuferseite, und genau das fand ich toll“, sagt Bartle. „Was ich als Käufer will, weiß ich ja selbst. Aber wie Verkäufer ticken und reagieren, worum es da geht, das war sehr wertvoller Input.“

Richtig Fahrt aufgenommen habe dank der Unterstützung vom RKW BW dann auch die Finanzierung. „Herr Häußermann hat mir einen Plan gemacht, der hinterher zu 90 Prozent umgesetzt wurde. Außerdem hat er mich immer extrem gut vorbereitet, alle Angebote abgeklopft und eingeordnet. Dadurch hatte ich die Chance, mit mehreren Finanzpartnern in harte Gespräche zu gehen, Details nachzuverhandeln und wirklich auch meine Bedingungen durchzusetzen.“

Beim Businessplan fühlte sich Bartle selbst sicher, nutzte aber gern auch die Hinweise des Experten, um noch nachzuschärfen. „Speziell zur Grundstruktur und zu den Punkten, auf die es den Finanzpartnern besonders ankommt.“ Mit dem erfahrenen RKW BW-Fachberater zusammen konnte er zudem seine eigenen finanziellen Fragen klären.

Herr Häußermann hat mich dabei unterstützt, ein Projekt in die Hand zu nehmen, das größer war als das, was ich mir eigentlich vorgestellt hatte.“

Der Fachberater zeigte ihm Wege, das Eigenkapital wertvoller zu machen, Förderprogramme gut einzubinden und mit den Verkäufern zu verhandeln. Am Ende sei „ein für alle Seiten sehr guter Kompromiss“ entstanden. Seit Jahresbeginn 2021 besitzt Marcus Bartle einen maßgeblichen Anteil der Geschäftsanteile von Roland Electronic.

Konstanz für die Kunden

Die beiden bisherigen Inhaber sind weiterhin mit im Boot. Sie wollen die Geschäfte nun einige Zeit zu dritt führen. „Genau das war meine Wunsch-Lösung“, sagt Marcus Bartle. Er hätte es falsch gefunden, gleich allein an der Spitze zu stehen. „Kunden wollen und wünschen eine Konstanz“, weiß Vertriebs-Fachmann Bartle. „Gerade ein Unternehmen wie wir, dessen Produkte erklärungsbedürftig sind und für Knowhow stehen. Es verlassen sich ja Werke weltweit mit großen Produktionsvolumina auf unsere Produkte. Da finde ich es ganz wichtig, dass diejenigen, die den guten Ruf aufgebaut haben, zumindest noch eine gewisse Zeit mit an Bord sind.“

Geplant ist, dass Marcus Bartle mittelfristig die restlichen Anteile übernimmt. Das macht er gern wieder zusammen mit Kurt Häußermann: „Da würde ich die Pferde nicht wechseln wollen.“ Er hat den Berater bereits weiterempfohlen, erneut an einen potenziellen Käufer. Insgesamt ist er mehr als zufrieden: Die Beratung war gefördert und sei so sehr preiswert gewesen. „Für einen so qualifizierten Berater hätte ich auf dem freien Markt ein Vielfaches gezahlt. Ein tolles Angebot vom RKW BW, und organisatorisch war es angenehm unkompliziert. Kann ich jedem nur empfehlen.“ Er hat noch einen weiteren Tipp für alle, die in derselben Lage sind und suchen: „Einen Firmenkauf kann man nicht nebenher machen. Es ist ganz wichtig, dass man sich drauf konzentriert. Denn auch wenn man Berater hat, wenn man ein Gerüst, Unterstützung und Tipps bekommt: Die eigentliche Arbeit nimmt einem keiner ab. Ich habe seinerzeit ganz bewusst meine Stelle als Geschäftsführer gekündigt und mir eine Auszeit genommen. Während einer Vollzeitstelle hätte ich das nicht hinbekommen. So konnte ich richtig Gas geben.“

 

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