Wer Jahrzehnte für ein Unternehmen gelebt hat, muss irgendwann entscheiden: Wie soll es hier weitergehen, wenn ich das alles nicht mehr mache? Firmeninhaber Claus Steinbuch von StekoX, einem Unternehmen zur Abdichtung von Bauwerken, wandte sich an die IHK und bekam Kontakt zum RKW Baden-Württemberg. Bald war ein Coach an seiner Seite, RKW BW-Fachberater Prof. Dr. Hendrik Wolff. Gemeinsam klärten die beiden alle Fragen und stellten dann die Weichen. Heute gehört das Unternehmen zur Heinrich-Schmid-Gruppe. Steinbuch blieb als Geschäftsführer, eingebettet in neue Strukturen. Sein Fazit: „Ich bin rundum zufrieden und komme jetzt jeden Tag gern zur Arbeit.“

Claus Steinbuch und sein etwa 20-köpfiges Team von StekoX Abdichtungstechnik aus Magstadt haben sich seit Ende der 1990er-Jahre einen hervorragenden Ruf für Bauwerksabdichtungen erarbeitet. Es gibt gute Umsätze, „ein starkes Team und sehr starke Verbindungen zu unseren Kunden“, berichtet er. „Wir sind gut im Markt verwurzelt.“ Aber wohin geht die Reise? „Diesen ganzen Erfolg eines Tages zu liquidieren, war nicht mein Ziel. Ich wollte, dass mein Lebenswerk fortgeführt wird.“ Selbst aufhören wollte er ja noch gar nicht, aber er wünschte sich eine Perspektive – und vor allem auch Entlastung. Denn seit einer Umfirmierung war Steinbuch alleiniger Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter. Wie eine stimmige Lösung aussehen könnte, war ihm zu dieser Zeit nicht klar, professionelle Hilfe umso willkommener.

In eine größere Einheit einbringen

„Herr Steinbuch brauchte eine tragfähige Lösung, eine echte Entlastung“, das war auch der erste Eindruck von RKW BW-Fachberater Prof. Dr. Hendrik Wolff, als er ins Haus kam, um sich im Rahmen eines Unternehmercoachings um Unternehmensnachfolge und Wachstumsstrategie zu kümmern. „Es waren einfach zu viele Aufgaben bei ihm angesiedelt – Akquise, Projektleitung, Mitarbeitersuche, die komplette Verwaltung.“ Zwölf Stunden Arbeit am Tag waren sowieso die Normalität. „Was neue Geschäftsführer anging“, erinnert sich Wolff, „hat sich direkt im Team leider keine Lösung angeboten.“ Gemeinsam analysierten Unternehmer und Coach die Alternativen: Management Buy-out schied aus. Management-Buy-in? Eine weitere Idee rückte in den Vordergrund: Vielleicht kann man das Unternehmen in eine größere Einheit einbringen, die gewisse Themen übernimmt – so dass sich Claus Steinbuch auf das konzentrieren kann, was ihm liegt, was er gern und sehr erfolgreich macht?

Entlastung und Fokussierung

Der Unternehmer und sein Coach machten sich auf die Suche nach solchen Partnern und hatten nach wenigen Gesprächen einen Wunschkandidaten: die Heinrich-Schmid-Gruppe aus Reutlingen. „Da zeigten sich sehr viele Synergieeffekte und hohes Maß an Übereinstimmung“, sagt Steinbuch. Denn auch bei Heinrich Schmid gibt es mit Tricosal bereits Experten für Bauabdichtungen; sie arbeiten allerdings mit anderen Verfahren, so dass es, obwohl die Kunden teils dieselben sind, nie eine direkte Konkurrenz gegeben hatte. Es bahnte sich ein Weg an, StekoX in die Heinrich-Schmid-Gruppe einzufügen.

„Wir kannten uns bereits“, erinnert sich Claus Steinbuch. Einige Jahre zuvor hatte das Heinrich- Schmid-Team den Kontakt zu Mitbewerbern aus ganz Deutschland gesucht, um gemeinsam die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften in diesem Bereich voranzubringen. „Das war dringend nötig und klang auch sehr professionell, aber damals war ich anfangs noch skeptisch: Man weiß ja nie, ob einem bei solchen Schulungen nicht die Leute abgeworben werden“, erinnert sich Steinbuch. „Aber die Sorge war damals unbegründet.“

Bewährtes Prozedere

Als sehr professionell erlebten Steinbuch und Wolff dann auch die Verhandlungen. „Heinrich Schmid ist sehr expansiv, kauft deutschlandweit Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen“, sagt Hendrik Wolff. „Es gibt dafür bei Heinrich Schmid eine bewährte Vorgehensweise. Die passte sehr gut zu unseren Vorstellungen: Es wird ein Asset Deal, die Immobilie und viele andere Dinge sind außen vor. Der bisherige Geschäftsführer, so will es Heinrich Schmid, bleibt mindestens drei Jahre an der Spitze. Er bekommt Service aus der Zentrale und Begleiter an die Seite, die helfen, alles nach und nach in die Heinrich-Schmid-Welt zu bringen. Das kam uns insgesamt sehr gelegen.“

Claus Steinbuch berichtet: „Beide Seiten sind mit großer Offenheit und großer Transparenz in die Gespräche gegangen. Und sehr professionell! Wenn nur einer professionell ist und der andere nicht, wäre es schwierig.“ Die Strukturen der Heinrich-Schmid-Gruppe passten gut zur Arbeitsweise von Hendrik Wolff und seinem Netzwerk, sagt er. „Prof. Wolff hat renommierte Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer eingebracht. An die wäre ich allein nie gekommen, einfach weil ich sie nicht gekannt und mich auch nicht getraut hätte, mich an solche Kanzleien zu wenden. Diese Türen hat er mir geöffnet, mich unterstützt bei Terminen und Telefonaten. So konnten wir auch Punkte, wo man unterschiedlicher Auffassung war, wunderbar ausarbeiten.“

Loslassen können

Was die Entscheidung ebenfalls voranbrachte: Heinrich Schmid bietet an, dass man andere Unternehmen besuchen kann, die den Verkauf bereits hinter sich haben, und sich mit deren Geschäftsführern austauscht. Das nahmen Steinbuch und Wolff in Anspruch. „Diese Gespräche haben bei mir etwas ausgelöst“, sagt Steinbuch: „Das Vertrauen und das Wissen, ja, ich möchte mit Heinrich Schmid gemeinsam das Unternehmen in die Zukunft bringen und wachsen.“

Im Sommer 2020, ein gutes halbes Jahr nach Beginn des Coachings, hatten der RKW BW-Fachberater und der Unternehmer die Firma StekoX übergabereif gemacht. StekoX wurde der 194. Firmenkauf der Heinrich Schmid Gruppe und heißt jetzt Tricosal Heinrich Schmid GmbH & Co. KG. Alles lief so, wie Wolff es prognostiziert hatte. „Von seinen Erfahrungen habe ich sehr profitiert“, sagt Steinbuch. „Er genießt mein allerhöchstes Vertrauen. Ich würde ihn jederzeit und ohne jede Einschränkung weiterempfehlen.“

Die Heinrich-Schmid-Gruppe hat inzwischen viele Verwaltungsaufgaben und die IT nach Reutlingen geholt, Personalentwicklung gestartet, macht junge Leute und Nachwuchskräfte fit. „Ich kann loslassen“, sagt Steinbuch. „Weil jetzt neue Menschen in ihre Aufgaben hineinwachsen, werde ich bald mehr Zeit haben.“ Anderen in vergleichbarer Lage rät er: „Solche Schritte lieber früher als später in die Wege leiten! Nicht erst, wenn man weiß, dass man es braucht.“

 

Weitere Informationen

  • Tricosal Heinrich Schmid GmbH & Co. KG (ehemals StekoX)
  • 71106 Magstadt
  • www.stekox.com
  • RKW BW-Berater: Gernod Kraft

  • RKW BW-Fachberater: Prof. Dr. Hendrik Wolff

  • Schwerpunkte der Zusammenarbeit: Unternehmensnachfolge, Unternehmercoaching, Konfliktlösung, Wachstumsstrategie

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