Wie können kleine und mittlere Unternehmen robotische Intralogistik einführen – ohne Großprojekt, ohne Konzernbudget und ohne unnötige Komplexität? Mit dieser Frage beschäftigte sich der RKW BW Dialog „DIY Intralogistik – Dynamisch. Flexibel. Skalierbar.“, der gemeinsam mit ARENA2036 in Stuttgart stattfand.

ARENA2036 ist einer der führenden Forschungscampi für die Produktion der Zukunft. Als Innovationsplattform bringt sie Unternehmen, Wissenschaft und Start-ups zusammen, um neue Technologien schneller in die industrielle Praxis zu überführen. Im Mittelpunkt stehen dabei zukunftsweisende Themen wie Digitalisierung, Robotik, Automatisierung und intelligente Produktionssysteme mit dem Ziel, Innovationen gemeinsam zu entwickeln und für Unternehmen nutzbar zu machen.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten vonDelta Electronics,NAiSE, NODE Robotics, WAITKUS und Waveye erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in moderne Automatisierungslösungen und konkrete Anwendungsbeispiele für den Mittelstand.

Mut zur Veränderung

Zum Auftakt der Veranstaltung machte Managing DirectorPeter Fröschle (ARENA2036) deutlich, dass technologische Innovationen vor allem eine Frage der Unternehmenskultur sind. Im internationalen Vergleich, insbesondere mit China, werde sichtbar, wie wichtig schnelle Entscheidungen, Offenheit für neue Technologien und die Bereitschaft seien, Veränderungen aktiv anzugehen. Wer aus Angst vor Risiken zu lange abwarte, laufe Gefahr, wertvolle Zukunftschancen zu verpassen.

Automatisierung neu denken

Den inhaltlichen Auftakt machte Produktmanager Sven Kaluza (Delta Electronics). Er zeigte, dass Unternehmen bei Investitionen in Automatisierung zunehmend langfristig denken müssen. Statt ausschließlich den kurzfristigen Return on Investment zu betrachten, gewinnt der langfristige Nutzen digitaler Investitionen, der sogenannte Return on Digital Invest (RODI), immer mehr an Bedeutung.

Klein starten, groß denken

Wie der Einstieg in die Automatisierung gelingen kann, erläuterte CEO & Co-Founder Kai Przybysz-Herz (NAiSE). Sein Ansatz: „Start small. Plan big.“ Statt auf die perfekte Gesamtlösung zu warten, empfiehlt er, mit überschaubaren Projekten zu beginnen und diese Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. So lassen sich Erfahrungen sammeln und gleichzeitig die Grundlage für eine langfristige Automatisierungsstrategie schaffen.

Warum Nichtstun die teuerste Option ist

Ein Impuls, der bei vielen Teilnehmenden besonders nachhallte, kam von Chief Sales Officer Ali Rahmati (NODE Robotics):

Es war noch nie so teuer, nicht in Automatisierung zu investieren.“

Seine Botschaft machte deutlich: Angesichts von Fachkräftemangel, steigendem Wettbewerbsdruck und wachsender Komplexität ist Automatisierung längst keine Zukunftsvision mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor – auch für kleine und mittlere Unternehmen.

Ein Blick auf die Robotik von morgen

Zum Abschluss wagte Chief Technology Officer& Co-FounderGor Hakobyan (Waveye) einen Blick in die Zukunft der Robotik. Anhand einer Live-Demonstration zeigte er, wie weit humanoide Robotik bereits heute entwickelt ist und welche Potenziale diese Technologien künftig auch für industrielle Anwendungen eröffnen können.

Austausch als Schlüssel zur Umsetzung

Neben den Fachimpulsen stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Während der Technologietour diskutierten die Teilnehmenden gemeinsam mit den Technologiepartnern konkrete Anwendungsfälle und Umsetzungsmöglichkeiten für den eigenen Betrieb.

Dabei wurde deutlich: Erfolgreiche Automatisierung beginnt nicht bei der Technologie, sondern mit der Analyse bestehender Prozesse. Erst wenn Abläufe hinterfragt und verstanden werden, lassen sich sinnvolle Automatisierungspotenziale identifizieren.

Fazit

Der RKW BW Dialog machte deutlich: Der Weg zur modernen Intralogistik beginnt nicht mit der perfekten Lösung, sondern mit dem Mut, den ersten Schritt zu gehen. Der Austausch zwischen Unternehmen, Forschung und Technologiepartnern liefert dafür wertvolle Impulse und zeigt, wie sich Automatisierung praxisnah, flexibel und schrittweise im Mittelstand umsetzen lässt.

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