Zum 1. Januar 2026 übernahm Philipp Naumann die Abele Metallwaren und wagte damit den Schritt in die Selbstständigkeit. Das 1988 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 40 Mitarbeitende und ist auf die Bearbeitung von Metallen spezialisiert – unter anderem auf Laserschneiden, Biegen, Drehen, Fräsen und Schweißen. Naumann setzt auf die Erfahrung des bestehenden Teams und möchte Abele Metallwaren gleichzeitig Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Der Weg zur eigenen Unternehmensübernahme

Den Schritt in die Selbstständigkeit gingen bei Naumann fast 20 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Führungspositionen voraus. Der Wunsch, ein Unternehmen selbst zu gestalten und langfristig weiterzuentwickeln, wurde dabei immer konkreter.

Auf Abele Metallwaren wurde Naumann Anfang 2024 aufmerksam. Nach einem ersten Austausch entschied sich die Eigentümerfamilie zunächst für einen anderen Nachfolger. Rund ein halbes Jahr später nahm sie erneut Kontakt zu Naumann auf. Nach weiteren Gesprächen und Verhandlungen stand schließlich fest: Philipp Naumann übernimmt das Unternehmen.

Mit den richtigen Partnern durch den Übernahmeprozess

Bei der Vorbereitung der Übernahme war für Geschäftsführer Naumann schnell klar, dass verschiedene Partner und Perspektiven notwendig sind. Die  Bürgschaftsbank Baden-Württemberg war bereits ein wichtiger Ansprechpartner. Dort ging es unter anderem darum, welche Finanzierungspartner infrage kommen, wie ein tragfähiger Businessplan aufgebaut sein sollte und welche weiteren Institutionen bei einer Übernahme noch unterstützen können.

„Welche Banken soll ich ansprechen? Wie sollte der Businessplan aussehen? Welche Leute müssen neben mir stehen?“, beschreibt Naumann die Fragen, die ihn während der Vorbereitung beschäftigten.

Über Dennis Vierkorn von der Bürgschaftsbank entstand der Kontakt zum RKW Baden-Württemberg. RKW BW-Fachberater Markus Back begleitete Naumann anschließend insbesondere bei der weiteren Vorbereitung und als Sparringspartner bei strategischen und wirtschaftlichen Fragestellungen.

Dabei wurden auch kritische Punkte offen diskutiert und Annahmen hinterfragt.

Wir haben uns da wirklich offen und klar über die Dinge ausgetauscht“, beschreibt Naumann die Zusammenarbeit.

Ein wichtiger Aspekt war dabei auch die persönliche Ebene. Bei einer Übernahme geht es nicht allein um Zahlen und Verträge, sondern auch um die Frage, ob Mitarbeitende, Kunden und Geschäftspartner den Wechsel mittragen. Diese Perspektive spielte ebenfalls in den Gesprächen mit dem RKW BW eine Rolle.

Im weiteren Verlauf wurde auch die L-Bank eingebunden. Gemeinsam mit dem RKW BW arbeitete der Geschäftsführer eine CO2 Bilanz und einen Maßnahmenplan für den Nachhaltigkeitsbonus aus und setzte damit einen weiteren Impuls für die zukünftige Entwicklung von Abele Metallwaren.

Bestehendes bewahren und Prozesse weiterentwickeln

Für Naumann sind von Beginn an die Menschen im Unternehmen das wichtigste gewesen, sowie die bestehenden Stärken des Unternehmens zu erhalten. Das erfahrene Team zu stärken und Vertrauen aufzubauen. Die gewachsenen Kompetenzen bilden die Grundlage für die weitere Entwicklung und Zukunft des Unternehmens.

Gleichzeitig sollen interne Abläufe transparenter und effizienter werden. Ein Schwerpunkt liegt deshalb auf Digitalisierung, Prozessoptimierung und Automatisierung. Auch die Lagerhaltung soll neu organisiert werden. Perspektivisch sollen Materialien gezielter an den jeweiligen Arbeitsplatz gelangen, statt dass Mitarbeitende lange nach benötigten Teilen suchen müssen.

Auch das Angebotsspektrum soll weiterentwickelt werden. Leistungen, die bislang teilweise extern vergeben werden, möchte Philipp Naumann künftig stärker im eigenen Unternehmen abbilden.

Was andere Übernehmer mitnehmen können

Die ersten Monate nach der Übernahme haben Naumann vor allem eines gezeigt: Eine realistische Planung ist entscheidend. Erwartungen sollten nicht zu optimistisch angesetzt und wirtschaftliche Entwicklungen nicht schöngerechnet werden.

Man muss ein Gefühl für Zahlen haben, ein Gefühl für Abläufe und Prozesse und vor allem ehrlich zu sich und seinem Umfeld sein, und sich Dinge nicht irgendwie schönreden. "

Naumann ist sich sicher, wenn man ehrlich und wertschätzend mit Menschen umgeht, ist das der langjährige Erfolg eines Unternehmens, auch wenn dieser Weg schwer und unangenehm wird und ist.

Gleichzeitig setzt Naumann auf Selbstreflexion und den Austausch mit anderen. Herausforderungen nicht allein lösen zu wollen und sich bei Bedarf Unterstützung zu holen, gehört für ihn ebenfalls zu einer erfolgreichen Unternehmensübernahme.

Seit 2026 ist Abele Metallwaren Mitglied im RKW BW e. V.und bleibt damit auch nach der Übernahme im Austausch mit dem RKW BW. Die Zusammenarbeit soll künftig bei unterschiedlichen Fragestellungen fortgeführt werden.

Die Geschichte von Naumann zeigt: Eine Unternehmensübernahme braucht mehr als einen guten Businessplan. Entscheidend ist eine realistische Vorbereitung, die richtigen Partner und ein Netzwerk, das unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt. Auf dieser Grundlage kann der Übergang gelingen und gleichzeitig Raum für die Weiterentwicklung des Unternehmens entstehen.

Bildquellen und Copyright-Hinweise
  • © Abele Metallwaren – Abele Firmengebäude (Screenshot_2026-09-14_182730.png)
  • © Abele Metallwaren GmbH – Abele Metallwaren (Abele_Logo_4C_pos.jpg)
  • © Abele Metallwaren – Produktionshalle 2 (0I7A5765.JPG)
  • © Abele Metallwaren – Laserschneiden (IMG_9844.jpg)

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